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Sommerfest der fränkischen Gartenbahner 2016

Termin: 13. und 14.8.2016

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Anlagensteuerung mit Traincontroller 7.0 Gold

Anlagensteuerung mit Traincontroller 7.0 Gold

Beitragvon Thomas » 01.05.2010 23:26

Hallo :gsn:,

ich werde hier nach und nach beschreiben, wie ich meine Anlage mit Traincontroller Gold in Betrieb nehme.
Es kann sein, dass einige der von mir aufgeführten Optionen in den Versionen Bronze oder Silver nicht verfügbar sind.

1. Digitalsystem einrichten:

Bild

Zunächst muss man die benutzten Digitalsysteme einrichten. In meinem Fall sind das ZIMO für die Steuerung und LocoNet für die Rückmeldung. Neben der jeweiligen Schnittstelle muss bei ZIMO noch eine Pause zwischen den Weichenbefehlen angegeben werden. Hier sind das 500 Millisekunden. So wird sichergestellt, dass später alle Weichen einer Weichenstraße zuverlässig gestellt werden.

2. Erstellen des Gleisplans:

Bild

Das Zeichnen des Gleisplans ist relativ einfach. Oben in der Leiste wird das jeweilige Element ausgewählt und mit einem Mausklick an der gewünschten Stelle platziert. Mit Strg R lassen sich die Elemente drehen.
Ich habe zunächst die Gleise "verlegt" und im Anschluss die Blöcke eingefügt.
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Beitragvon Thomas » 01.05.2010 23:53

3. Eigenschaften der Elemente:

Durch einen Doppelklick auf ein Element öffnet sich das dazugehörige Fenster.

a) Weichen

Bild

Wichtig ist hier zunächst die Registerkarte "Anschluss". Dort werden Digitalsystem und Adresse der Weiche angegeben.
Mit einem Klick auf das Weichensymbol neben "Test" wird die Weiche getestet. Stimmt die tatsächliche Stellung mit der auf dem Bildschirm nicht überein, lässt sich dies einfach mit einem Mausklick im Feld "Anschluss-Belegung" korrigieren.
Die anderen Einstellungen brauchen nicht verändert werden.
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Beitragvon Thomas » 02.05.2010 00:44

b) Blöcke

Bild

Unter "Allgemeines" werden einige wichtige Einstellungen vorgenommen.
Ich vergebe für die Blöcke Namen. B1G1 steht für Bahnhof 1, Gleis 1.
Neben der Geschwindigkeit kann auch die Richtung angegeben werden, in der der Block durchfahren werden darf. Im Normalfall sind das bei mir beide Richtungen. B2G1, B2G2 und der komplette Schattenbahnhof sind nur in einer Richtung befahrbar.

Wichtig ist auch die Option "Kritischer Abschnitt". Ein Beispiel:
Ein Zug soll von B3G2 in den Schattenbahnhof fahren, der allerdings im Moment belegt ist. Wenn der Zug nun in den Block S4 einfahren würde, wäre alles blockiert. Deshalb wurde S4 als kritischer Abschnitt markiert, erkennbar an dem blauen Streifen.
Die Software lässt einen Zug nur dann in einen kritischen Abschnitt einfahren, wenn der nächste Block nach diesem Abschnitt frei ist. Ist der Schattenbahnhof also voll, wartet der Zug so lange in B3G2, bis ein Zug den Schattenbahnhof verlassen hat.

Bild

Mit dem "Blockeditor" werden dem Block die jeweiligen Rückmelder zugewiesen. In diesem Fall sind das drei Stück, erkennbar an dem in drei Abschnitte unterteilten Block. Ein Melder wird durch Anklicken des gelben Kreises (=Symbol für Melder) hinzugefügt.
Außerdem wird den Meldern hier ihre Funktion zugewiesen. Die roten Symbole stehen für eine Haltemarkierung, d.h. der Zug wird gestoppt, wenn er diesen Melder auslöst.
Die gelben Symbole sind Bremsmarkierungen, der Zug wird beim Auslösen abgebremst. Der Zahlenwert gibt die Länge der Bremsstrecke (Rampe) an.
Die Spitze der Symbole zeigt in die Richtung, in der die Markierungen wirksam sind.
Kommt z.B. ein Zug von links, wird er bei Erreichen des mittleren Melders langsam abgebremst und bleibt bei Erreichen des rechten Melders stehen. Das passiert natürlich nur bei einem roten Signal. Steht das Signal auf grün, fährt er einfach durch.

c) Rückmelder

Bild

Nach einem Doppelklick auf einen im Blockeditor eingefügten Melder erscheint das Fenster "Kontaktmelder". Hier wird dem Melder im Blockeditor der reale Melder auf der Anlage zugeordnet. Also Digitalsystem und Adresse auswählen.
Auch für die Melder vergebe ich Namen (Registerkarte "Allgemeines"), z.B. B1G1m für den im Blockeditor blau markierte Melder (m=Mitte).
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Beitragvon Thomas » 02.05.2010 10:38

d) Signale

Grundsätzlich verfügt jeder Block über ein Blocksignal pro Richtung. Der Zustand dieser Signale wird im Automatikbetrieb von der Software bestimmt. Dies erfolgt unabhängig davon, ob das Signal tatsächlich auf der Anlage existiert.

Für die Steuerung real vorhandener Signale gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten:

Bild

Hier wird das reale Signal direkt im Blockeditor dem "Blocksignal" zugeordnet. Dies ist dann sinnvoll, wenn am Ende des Blocks auch wirklich ein Signal steht. Durch Doppelklick auf das Signalsymbol lassen sich die Eigenschaften des Signal einstellen. Unter "Anschluss" können dann die grundlegenden Einstellungen vorgenommen werden.


Bild

Die zweite Möglichkeit besteht darin, ein Signalsymbol im Gleisplan zu platzieren. Wenn man z.B. ein Signal für mehrere Gleise verwendet, ist das die richtige Wahl.
Wie bei den Weichen kann auch hier die Anschlussbelegung angepasst werden.


Bild

Damit dieses Signal nun weiß, was es zu tun hat, wählt man die Registerkarte "Auslöser" aus. Hier kann man einstellen, unter welchen Voraussetzungen das Signal rot, grün oder gelb leuchten soll.
In diesem Fall soll das Signal auf grün gestellt werden, wenn eines der rechten Blocksignale der Blöcke B1G1-G4 grün anzeigt. Dazu wählt man durch einen Doppelklick die Blöcke in der linken Spalte aus. Diese erscheinen dann unter "Überprüfte Objekte" und werden dort mit einem Oder-Symbol verknüpft. Außerdem muss man den Blöcken über das Menü "Überprüft" noch das grüne Signal nach rechts zuweisen.


Bild

Für die Signalstellung rot ist die Sache ganz einfach. Die Spalte "Überprüfte Objekte" bleibt frei. Dadurch wird das Signal immer dann auf rot gestellt, wenn keiner der für den grünen Zustand definierter Auslöser aktiv ist.
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Beitragvon Thomas » 02.05.2010 13:13

4. Einrichten einer Lok:

Eine Lok wird eingerichtet, indem man im Menü "Zug" auf "Neue Lok" klickt. Es erscheint dann eine Liste, die alle Loks enthält. Durch Anklicken öffnet sich das Fenster zur Einstellung der Lok-Eigenschaften:

Bild

Unter "Allgemeines" kann ein Name vergeben und ein Bild ausgewählt werden.
Ãœber die Registerkarte "Anschluss" werden wie gehabt Digitalsystem und Adresse angegeben.
Die verschiedenen Funktionen der Lok, z.B. Sound und Licht werden unter "Funktionen" eingegeben.


Bild

Für den Automatikbetrieb von großer Bedeutung ist die Registerkarte "Antrieb". Dort können die Daten der jeweiligen Lok eingegeben werden.
Durch einen Klick auf "Automatikbetrieb öffnet sich das rechte Fenster. Hier setzt man den Haken bei "Erweitertes Fein-Tuning" und klickt dann auf den entsprechenden Button. Es erscheint das unten abgebildete Fenster:


Bild

Zunächst muss man die Kriechgeschwindigkeit der Lok festlegen. Dazu lässt man die Lok möglichst langsam fahren. Wichtig ist, dass die Lok dabei sauber und ruckfrei fährt. Dann klickt man auf Speichern und wiederholt den Vorgang für die andere Fahrtrichtung.
Zur Bedeutung der Kriechgeschwindigkeit:
Bei Erreichen des Bremsmelders wird die Lok bis auf die eingestellte Kriechgeschwindigkeit abgebremst und fährt mit dieser bis zum Erreichen des Haltemelders. Die Kriechgeschwindigkeit muss also so hoch gewählt werden, dass die Lok nicht vor Erreichen des Haltemelders liegen bleibt.

Bild

Das Geschwindigkeitsprofil sieht zunächst etwas kompliziert aus, ist aber ganz einfach zu handhaben.
Damit die Software weiß, wie sich die Lok verhält, werden automatisch Messfahrten durchgeführt. Die Lok wird eingemessen.
Dazu wähle ich drei benachbarte Gleisabschnitte aus, hier die Abschnitte des Blocks B1G1. Bei "Länge" wird die Länge des mittleren Abschnitt eingetragen, der Auslauf sollte etwa bei der doppelten Loklänge liegen.
Die Lok wird mit Fahrtrichtung vorwärts vor den Abschnitt "Start" gesetzt. Drückt man dann auf den Start-Button fährt die Lok mehrfach und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten die Strecke ab. Anhand der angegebenen Länge und der Zeitdauer errechnet die Software die maßstäbliche Geschwindigkeit der Lok.
Die beiden Diagramme zeigen die Geschwindigkeitskennlinien der Lok. Sie erreicht also "nur" eine Höchstgeschwindigkeit von knapp unter 50km/h.
Wichtig ist, dass die Werte von CV3 und CV4 auf möglichst kleine Werte gesetzt werden. Zu große Verzögerungen können das Messergebnis verfälschen.

Wozu ist der ganze Aufwand gut? Ganz einfach, je besser die Software die Lok kennt, desto genauer erfolgt zum Beispiel der Abbremsvorgang. Auch unterschiedlich lange Bremsstrecken sind dann kein Problem.
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Beitragvon Thomas » 02.05.2010 18:10

5. Zug zuweisen:

Damit es losgehen kann, muss man dem Programm natürlich noch mitteilen, wo sich die Züge befinden.
Dazu Doppelklick mit der rechten Maustaste auf den Block, dann erscheint folgendes Fenster:

Bild

Hier wird der Zug, bzw. die Lok ausgewählt. Außerdem wird hier die Lokrichtung festgelegt. Pfeil nach rechts bedeutet, die Lok bewegt sich bei einem Fahrbefehl in Vorwärtsrichtung nach rechts.
Im Gleisplan wird die Lok dann so angezeigt:

Bild

Diese Darstellung kann am Anfang etwas verwirrend sein. Auf den ersten Blick würde man davon ausgehen, dass die Lok am rechten Rand des Blocks steht. Tatsächlich gibt die Position des Lokbilds hier aber keine Auskunft über den Standort der Lok innerhalb des Blocks. An der Position erkennt man nur die oben beschriebene Lokrichtung. Also Symbol rechts bedeutet Vorwärtsfahrt nach rechts, Bild links würde Vorwärtsfahrt nach links bedeuten.
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Re: Anlagensteuerung mit Traincontroller 7.0 Gold

Beitragvon Harald » 02.05.2010 21:02

Hallo Thomas,

Du erklärst das gut, bist jetzt habe auch ich alles verstanden ;-)
So schwer klingt das alles gar nicht.

Es wäre noch schön, wenn Du in einem extra Thema die Hardwareseite erklären würdest :!:

- Bauteile
- Verkabelung
- usw.

Danke und Gruß
Harald
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Beitragvon Ralf » 02.05.2010 21:38

Hallo Thomas,

ja, in der Tat. Das klingt alles sehr verständlich.
Die Version "GOLD" kostet wohl auch einen goldigen Preis?
Beste Grüße

Ralf
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Tolle Technik

Beitragvon Andreas » 02.05.2010 21:50

Hi Thomas,
Danke für deine Ausführlichen Schilderungen!
auch ich lese das mit großem Interesse!

Die Preise haben mich allerdings schon ein wenig geschockt :shock:
Gruß Andy :D

Stell Dir vor es geht und keiner kriegt´s hin.
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Beitragvon Thomas » 02.05.2010 23:20

Hallo zusammen,

billig ist die ganze Sache nicht, da habt ihr recht. Für den Preis der Software hätte man auch eine schöne gebrauchte E-Lok bekommen.
Da Zimo nicht von besonders vielen Softwareanbietern unterstützt wird, ist die Auswahl sehr begrenzt. Wobei die Preise sich ohnehin alle in etwa auf demselben Niveau befinden. Mit Ausnahme von Rocrail, das ist kostenlos.

Gruß
Thomas
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Beitragvon Thomas » 04.05.2010 23:37

6. Der Fahrdienstleiter:

Der Automatikbetrieb wird über den Fahrdienstleiter eingerichtet und abgewickelt. Dieser enthält den Blockplan, der automatisch aus dem zu Beginn gezeichneten Gleisplan berechnet wird. Dabei werden auch alle Weichenstraßen ermittelt, man muss also nichts manuell eingeben. Als Weichenstraßen werden die Verbindungen zwischen den einzelnen Blöcken bezeichnet, auch dann, wenn die Blöcke direkt mit einem Gleis verbunden sind.

Bild


Der Automatikbetrieb läuft über sogenannte Zugfahrten ab. Die hier gezeigte "Zugfahrt 1" startet im Block Ausfahrt und endet in einem der Blöcke B1G1-3.

Bild

Zum Einrichten einer Zugfahrt geht man wie folgt vor:

1. "Zugfahrten"-Feld im Fahrdienstleiter anwählen.
2. In der Menü-Leiste von Traincontroller das Menü "Zugfahrt" auswählen und dort auf "Neue Zugfahrt" klicken.
3. Im Fahrdienstleiter den zweiten Button rechts neben der Zoom-Einstellung anklicken

Nun lassen sich die gewünschten Weichenstraßen und Blöcke durch einfaches Anklicken zur Zugfahrt hinzufügen. Alle Bestandteile der Zugfahrt werden nicht mehr blass, sondern in normalen Farben dargestellt.
Nach einem Rechtsklick auf die Elemente kann man jeweils nur für diese Zugfahrt gültige Einstellungen vornehmen:

Bild

Soll der Zug in einem Block anhalten, lässt sich eine bestimmte Aufenthaltsdauer festlegen. Außerdem kann einem Block die Eigenschaft Start- und/oder Zielblock zugewiesen werden. Startblöcke sind an der grünen, Zielblöcke an der orangen Markierung zu erkennen.
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Beitragvon Thomas » 06.05.2010 20:51

7. Beispiel: Automatischer Schattenbahnhof

Der Automatikbetrieb des Schattenbahnhofs soll sich ein- und ausschalten lassen.
Dazu platziere ich zunächst einen Schalter im Gleisplan (Symbol rechts oben unter "Automatik". Dieser Schalter kann durch Anklicken ein- und ausgeschaltet werden.
Daneben setze ich einen Bahnwärter. Ein Bahnwärter wartet darauf, dass etwas bestimmtes passiert und führt dann eine Operation durch. Eingerichtet wird er mit diesem Fenster:

Bild

Dieser Bahnwärter wird also ausgelöst, wenn der Block "Ausfahrt" frei ist und der Schalter "Automatik ein/aus" eingeschaltet ist.

Bild

Als Operation startet der dann die Zugfahrt "Nachrücken":
Bild

Diese Zugfahrt schnappt sich einen der Züge aus den Blöcken mit der grünen Markierung und fährt ihn zum Block Ausfahrt.

Bild

Damit der Zug den Schattenbahnhof verlässt, sind zwei Nachfolger für die Zugfahrt "Nachrücken" eingetragen, von denen einer zufällig ausgewählt wird. Nachfolger sind Zugfahrten, die nach Durchführung der aktuellen Zugfahrt gestartet werden.

Der Betrieb läuft wie folgt ab:

1. Schalter ein
2. Zugfahrt Hin_KS oder Hin_Tunnel manuell starten, der im Block Ausfahrt stehende Zug fährt ab
3. Block Ausfahrt wird frei, Bahnwärter löst aus und lässt einen Zug nachrücken
4. Als Nachfolger startet Hin_KS oder Hin_Tunnel

Ab Punkt 3 ist kein manueller Eingriff mehr erforderlich. Die Zugfahrten Hin_KS oder Hin_Tunnel führen beide in den großen Bahnhof. Kommt der Zug dort an, wird als Nachfolger eine Zugfahrt gestartet, die den Zug zurück in den Keller bringt. Und da geht es wieder von vorne los.
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Beitragvon Thomas » 16.07.2010 17:58

Hallo zusammen,

der Gleisplan sieht jetzt so aus:
Bild
Evtl. werde ich im Tunnel noch ein zweites Gleis einbauen, um zu lange Wartezeiten in den Bahnhöfen zu vermeiden. Davon abgesehen wird sich an den Gleisanlagen nichts mehr ändern.

Softwaretechnisch ist die Einrichtung eines Museumszugbetriebs zwischen den Bahnhöfen 2 und 3 geplant. Hier sollen Ge 2/4 oder Heidi mit historischen Wagen verkehren und in den Bahnhöfen jeweils umsetzen. Außerdem soll das Schotterwerk bedient werden.
Allerdings brauche ich einen weiteren Gleisbesetztmelder und der neue von Blücher ist noch nicht lieferbar.
Wenn es so weit ist, werde ich wieder berichten.

Gruß
Thomas
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Klasse Steuerung!

Beitragvon Andreas » 17.07.2010 00:43

Servus Thomas,
deine Steuerung "live zu sehen" hat mich wirklich schwer beeindruckt!
(Vor allem wie schnell du da einen Neuen Zug eingfügt hast)
Danke für deine Ausführlichen Schilderungen hier im Forum!

Frage dazu,
schaltet die Steuerung ab, bzw. auf Störung wenn es zu Fahr-Fehlern kommt?
z.B. eine Weiche schaltet nicht wirklich (hängt fest) und der Zug fährt in den falschen Block, egal ob der jetzt gerade frei oder belegt ist?
Gruß Andy :D

Stell Dir vor es geht und keiner kriegt´s hin.
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Beitragvon Thomas » 17.07.2010 09:58

Hallo Andy,

es gibt einen "Schutz gegen Falschfahrt". Dabei wird der Zug gestoppt, wenn er in einen anderen als den erwarteten Block einfährt. Ich habe mich damit noch nicht genauer befasst. Aber sollte der Zug fälschlicherweise in einen schon belegten Block einfahren, wird der Schutz nicht funktionieren. Denn dieser Block wird bereits als belegt gemeldet und für die Software ist dann keine Veränderung erkennbar.
Abhilfe könnte hier nur die Rückmeldung der Weichenstellung schaffen. Evtl. wird in Zukunft auch Railcom hilfreich sein. Traincontroller könnte dann die Adresse der erwarteten Lok mit der aus dem Block gemeldeten Adresse vergleichen und so einen Fehler erkennen.

Außerdem gibt es noch einen Watchdog. Sollte für eine einstellbare Zeit keine Rückmeldung mehr von der Anlage kommen, geht die Software davon aus, dass mit dem Zug etwas nicht stimmt.

Gruß
Thomas
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Beitragvon Thomas » 18.09.2010 22:21

8. Aktionsmarkierungen und Makros:

Neben den oben erwähnten Brems- und Haltemarkierungen lassen sich im Blockeditor auch Aktionsmarkierungen platzieren. Beim Passieren einer Aktionsmarkierung wird eine bestimmte Operation durchgeführt.
In diesem Beispiel soll die Lok bei der Einfahrt in den Bahnhof 3 pfeifen.

Bild
Die Aktionsmarkierung (grauer Pfeil) wird hier ausgelöst, wenn die Lok den Block S4 von rechts nach links durchfährt und eine Strecke von 900cm (Distanz) zurückgelegt hat. Die zurückgelegte Strecke wird vom Programm ermittelt. Voraussetzung ist, dass die Loks wie oben beschrieben eingemessen wurden. Ein realer Melder ist nicht erforderlich.

Nach einem Doppelklick auf den grauen Pfeil erscheint folgendes Fenster:
Bild
Hier können verschiedene Einstellungen vorgenommen werden. Wichtig ist natürlich das Festlegen der Operation, die beim Passieren der Markierung durchgeführt werden soll.
Als Operation ist das Makro Pfiff_Einfahrt eingetragen.

Bild
Das Makro Pfiff_Einfahrt führt drei Operationen durch:
1. Einschalten der Pfeife
2. 1,5s Pause
3. Ausschalten der Pfeife

Im Prinzip könnte man diese Operationen auch direkt bei der Aktionsmarkierung eintragen. Möchte man aber die Lok auch an anderer Stelle pfeifen lassen, ist die Verwendung eines Makros komfortabler. Einmal angelegt, steht es in den Blockeditoren sämtlicher Blöcke zur Verfügung.

Für den Fall, dass die Pfeiferei nerven sollte, habe ich für das Makro noch eine Bedingung eingetragen:
Bild
Das Makro wird nur dann ausgeführt, wenn der Schalter "Soundeffekte" eingeschaltet ist. So kann man mit einem Mausklick das Pfeifen unterbinden.
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Ja wie äh wo Pfeife

Beitragvon Andreas » 18.09.2010 22:45

Hi Thomas,
dazu mal ne Frage:
:hmm
Weis denn Traincontrol bei jeder einzelnen Lok (z.B. versch Decoder Zimo Uhlenbrok Lenz usw.)
ob und mit welcher F-Taste die Pfeife pfeift?
Oder löst die Aktionsmarkierung einfach immer nur den selben Funktions-Ausgang z.B. F5 aus?
( Oder wenn gar kein Sounddecoder dirn ist
und auf F5 nicht die Pfeife sondern Abkuppeln liegt )
Gruß Andy :D

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Beitragvon Thomas » 18.09.2010 23:24

Hallo Andy,

man kann das beim Einrichten der Lok einstellen:
Bild
Für das Makro ist nicht die Nummer entscheidend, sondern die Funktion.

Gruß
Thomas
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Beitragvon Thomas » 21.10.2010 21:06

9. Beispiel: Umsetzen

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich auf meiner Anlage einen Pendelverkehr mit einem historischen Zug einrichten möchte. Die Lok soll dabei in den Bahnhöfen umsetzen. Ich werde versuchen, den Ablauf am Beispiel des Bahnhofs 3 zu erläutern.

Bild

Der Ablauf ist in drei Zugfahren unterteilt:

1. Lok fährt von B3G1 nach S4
Damit die Lok nicht auf freier Strecke stehen bleibt, darf sie den Bahnhof erst dann verlassen, wenn das Nachbargleis frei ist. Um das zu erreichen, werden für den Block S4 zwei Bedingungen eingetragen:

Bild

S4 darf nur benutzt werden, wenn B3G2 nicht reserviert und frei ist. Die Lok wartet so lange im Bahnhof, bis diese Bedingung erfüllt ist.

Bevor die Lok losfährt, muss natürlich abgekuppelt werden. Dazu wird bei "Weiterfahrt" der Lok in B3G1 die Aktion "Liste" ausgeführt.

Bild

Hinter der Liste versteckt sich das Makro "Kupplung":
Bild
Das Makro ist im Prinzip selbsterklärend, deshalb nur zwei Bemerkungen dazu:
-Damit die Lok nicht sofort losfährt, muss die Geschwindigkeit auf 0 gesetzt werden
- "Lokomotive abtrennen" sorgt dafür, dass Traincontroller Lok und Wagen softwaremäßig trennt

Wenn die Lok den Block S4 erreicht, soll sie natürlich möglichst nahe am Bahnhof zum Stehen kommen. Deshalb wird im Blockeditor eine zusätzliche Haltemarkierung in S4 eingefügt:
Bild
Es ist die linke der beiden nach rechts zeigenden roten Markierungen. Ausgelöst wird sie, wenn die Lok 200cm im Block S4 zurückgelegt hat.

Damit jetzt nicht alle Züge an dieser Stelle halten, wird eine Bedingung eingetragen:
Bild
Die Haltemarkierung ist somit nur für die Zugfahrt "UmsetzenB3r_1" aktiv.

2. Lok fährt von S4 nach S3:
In S3 muss wiederum eine zusätzliche Haltemarkierung eingefügt werden, Vorgehensweise wie oben.

3. Lok fährt von S3 nach B3G1:
Diese Zugfahrt ist noch nicht endgültig fertiggestellt. Damit die Lok die Wagen auch sicher ankuppelt, muss ich das im Garten testen. Und im Moment sieht's da eher schlecht aus.

Ich hoffe, dass war noch halbwegs verständlich. Ein paar Sachen habe ich weggelassen, sonst wäre die Angelegenheit etwas unübersichtlich(er) geworden.
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RE: 9. Beispiel: Umsetzen

Beitragvon Harald » 22.10.2010 14:00

Hallo Thomas,

sehr interessant :!:
Woher weiß die Software wo die Lok wieder am Wagenzug ankoppeln muss :?:

Gruß
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Beitragvon Thomas » 22.10.2010 14:53

Hallo Harald,

das geschieht am Ende der 3. Zugfahrt. Beim Anhalten in B3G1 wird diese Operation ausgeführt:
Bild

Gruß
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Beitragvon Harald » 22.10.2010 15:42

Thomas hat geschrieben:Hallo Harald,

das geschieht am Ende der 3. Zugfahrt. ...


Hallo Thomas,

das Prinzip ist mir schon klar, aber woher weiß das Programm ob die Wagen angekoppelt sind?
Schiebt die Lok bis durch die Wagen oder die Lok ein Kontakt gegeben wird?

Gruß
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Beitragvon Thomas » 22.10.2010 18:59

Hallo Harald,

woher weiß das Programm ob die Wagen angekoppelt sind?

das kann man dem Programm nicht explizit mitteilen. Selbst wenn ein Kontakt ausgelöst wird, ist das keine Garantie dafür, dass die Kupplung auch wirklich eingerastet ist.

Es geht eher darum, wo genau die Lok anhalten soll. Im Moment sehe ich da zwei Möglichkeiten:
1. Schieben bis der erste Wagen den Haltemelder erreicht, Vorteil: unabhängig von der Zuglänge; Nachteil: Zug wird durch die Gegend geschoben, Wagen muss Strom verbrauchen
2. Einfügen einer zusätzlichen Haltemarkierung über einen virtuellen Kontakt, Vorteil: optimal auf Zuglänge abgestimmt; Nachteil: passt nur zu Zügen einer bestimmten Länge

Gruß
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Beitragvon Thomas » 30.10.2010 20:36

Hallo zusammen,

heute habe ich die ganz Sache mal getestet, Ergebnis siehe hier.
Der Zug wird nach dem Ankuppeln mit dem Haltemelder am Ende des Gleises gestoppt, d.h. er wird ungefähr eine Loklänge weit geschoben. Diesen Effekt könnte man vermeiden, indem man die Lok vor dem Abkuppeln ein Stück vorwärts fahren lässt.
Beide Wagen sind beleuchtet und können so den Haltemelder auslösen.
Probleme gab es keine. Nach einem Probedurchlauf wurden dann auch die restlichen Züge auf die Anlage gelassen.

Gruß
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Beitragvon Thomas » 08.04.2011 21:53

Hallo zusammen,

mittlerweile ist es mir gelungen, die Abläufe auf meiner Anlage etwas flüssiger zu gestalten. Es gibt zwei Zugfahrten, die im Keller starten und in Bahnhof 1 enden. Eine führt über den Block KS (Hin_KS), die andere über die Blöcke T2 und S1 (Hin_Tunnel).
Zu Beginn des Betriebs werden diese Zugfahrten manuell über einen Taster gestartet, wobei Hin_Tunnel zuerst ausgeführt wird. Der Zug bleibt dann in T2 stehen, da die Benutzung von S1 durch eine Bedingung gesperrt ist:
Bild
S1 ist für die Zufahrt Hin_Tunnel nur dann erlaubt, wenn:
-entweder im Block KS ein Zug die Zugfahrt Hin_KS durchführt
-oder der Schalter Auto ausgeschaltet ist
Mit Hilfe des Schalters können diese und auch die Bedingungen in anderen Blöcken wirkungslos gemacht werden. So stören sie z. B. nicht, wenn man schnell die Anlage aufräumen möchte.
Fährt nun ein Zug auf der Zugfahrt Hin_KS in den Block KS ein, ist für den wartenden Zug die Benutzung von S1 zulässig. Beide Züge fahren dann kurz nacheinander in den Bahnhof 1 ein.

Als Nachfolger werden dort die Zugfahrten Rück_KS bzw. Rück_Tunnel gestartet. Für Rück_Tunnel ist wiederum eine Bedingung zu erfüllen:
Bild
S3 darf erst dann benutzt werden, wenn der Gegenzug (Hin_Tunnel) in T2 oder T3 eingetroffen ist.

Ausgelöst wurde der Gegenzug mit Hilfe eines Bahnwärters:
Bild
Zugfahrt Rück_KS in Block S3 führt zur Auslösung

Bild
Als Bedingung ist der bereits oben erwähnte Schalter eingetragen, d.h. wenn Schalter aus, dann passiert nichts.

Bild
Als Operation ist die Zugfahrt Hin_Tunnel eingetragen.

Ein weiterer Bahnwärter sorgt nach demselben Prinzip dafür, dass die Zugfahrt Hin_KS gestartet wird. Und so läuft das dann immer weiter...

Gruß
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