Kabelqualitäten

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Daniel
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Kabelqualitäten

Beitrag von Daniel » 18.03.2019 07:59

Liebe Stammtischler,

leider hatte ich beim Aufbau meiner Anlage zwischen 2011 und 2013 Kabel mit minderer Qualität verwendet. Diese normalerweise als Lautsprecherkabel vertriebenen Kabel sind im Grund verkupfertes Aluminium. Das zerbröselt im Außenbereich. Während die 100%-Kuper-Kabel aus der Bauzeit (2009) noch einwandfrei funktionieren, erreichen die Aluminium-Kabel nun Schritt für Schritt ihre Lebensgrenze. Die Kabel quellen auf, statt des Leiters findet sich nur noch eine salzartige Masse. Eigenartigerweise trifft es offt nur einen Leiter der Doppellitze. Ob es was mit dem Stromdurchfluss zu tun hat?
Umständlich müssen diese Kabel nun nach nd nach ausgetauscht werden. Murheys Law zufolge geht natürlich immer das Kabel kaputt, das am schlechtesten auszutauschen ist...
Leider hatte diese bittere Erfahrung auch schon einige andere Gartenbahn machen müssen. Wie kann man "gute" und "schlechte" Kabel unterscheiden? Es gibt welche, die messen das Gewicht nach und können anhand des Gewichtes mithilfe des spezifischen Gewichtes klar unterscheiden.
Die paar Euro, die das billige Aluminium-Kabel, einspart, ist der Austausch nach Jahren niemals wert. Im Innenbereich arbeiten diese Kabel zumindest bei mir seit über 10 Jahren dagegen ohne Zersetzungserscheinungen.
Viele Grüße

Daniel

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Harald
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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Harald » 18.03.2019 08:21

Hallo Daniel,

acht du S......, ich dachte ich bin der einzige den das trifft.

Ein Tipp von mir, wenn es an einer Stelle anfängt, dann tausche dort gleich alle Kabel,
sonst wirst Du nicht glücklich! Ich spreche da leider aus Erfahrung :-)
Harald

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Chris
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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Chris » 18.03.2019 12:02

Hallo Leuts

Das ganze nennt sich auch Kontaktkorrosion, bzw. es entsteht eine galvanische Zelle. Sobald etwas Feuchtigkeit ins Kabel eindringt,
sorgt der Potentialunterschied zwischen den beiden Kabeln dafür das sich eine Seite auflöst. Durch die Korrosion zerlegt sich das Aluminium
wieder in seine Salze. Aluminium ist ein sehr unedles Metall. Gerade der Kupferüberzug kann dafür sorgen, daß das edlere Kupfer das unedle
Aluminium "auffrist". Das passiert aber nur bei Feuchtigkeit im Kabel. Wenn man nun diese Kabel z.B. an einem Ende mit einer Edelstahlzange
abschneidet, hast du wieder minimale Rückstände eines edleren Metalls auf dem Kabel. Die Korrosion geht also noch schneller. Übel wirds, wenn
man nun das ganze noch verlötet - Die Lötsäure zusammen mit Wasser, dem Kupferüberzug und dem Aluminium macht das ganze zu einer
wunderbaren Chemie-Baustelle. Das sich nur eine Seite auflöst liegt tatsächlich an der Polung des Kabels.
Zum Beispiel wird sowas in umgekehrter Form bei Bodentanks für Tankstellen etc. verwendet. Hier wird geziehlt ein unedleres Metall am Tank
befestigt, und das ganze unter (kleinen) Strom gesetzt. Hier löst sich nun das unedlere Metall (Opferelektrode) auf, und nicht der Tank.

Die einzige Lösung die Dauerhaft funktioniert sind reine Kupferkabel mit rein mechanischen Verbindungen. (Schrauben, quetschen, crimpen, etc.)
Wie man aber nun ein billiges Kabel von einem Kupferkabel unterscheidet weiß ich auch nicht. Man kann sich hier nur auf eventuelle Angaben und
den vermutlich deutlich höheren Preis verlassen.

Beste Grüße

Chris

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Andreas
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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Andreas » 18.03.2019 13:50

Hi :gsn:
ist ja Lustig das Ihr das Thema jetzt wieder mal postet :mrgreen:
Angefangen habe ich 2014 alle meine Außen Kabel (zu den Belegtmeldern) zu erneuern - inzwischen sind alle 100% erneurt.
Bei mir waren auch günstige Kupferlautsprecherkabel mit 2,5mm² verbaut die sich "damals" an vielen Stellen in Staub aufgelöst haben.
Wir hatten ja das Glück über Roberto's alten Betrieb Hochwertige Kabel die eigentlich für den Automobilbau bestimmt sind
preiswert zu erwerben - da hab ich mich gottseidank großzügig eingedeckt.
Das Problem ist für mich gegessen.

A-Bär:
Ein anderes Problem schlummert vermutlich ja auch noch im Garten vor sich hin:
Die LocoNet (Bus) Telefon Kabel!!
Die sind vermutlich auch alle Müll!

Lest mal in der Zeitschrift Digitale-Modellbahn die Ausgabe 18/1 Seite 29 unten
Dort steht u.a. das die meisten Modellbahner Ihre LocoNet Kabel bei Elektronik-Versendern Kabel aus
dem Telefonbereich gekauft haben. (oder noch schlimmer wie ich Online Chinaglump) Aber In den letzten Jahren ist der Kupferanteil in diesen Kabeln so weit gesunken, dass sie höchstens noch AWG-32 entsprechen. Für einen Sicheren Betrieb soll das Kabel aber AWG-26 entsprechen (was immer das bedeuten mag)
Bei mir spinnt das LocoNet schon länger und ich werde nicht schlau draus...... evtl hab schon irgendwo ein zu mickriges Kabel drin :noidea

Woher ein vernünftiges Kabel Nehmen??
Gruß Andy :D

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Harald
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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Harald » 18.03.2019 15:00

Hallo Andy,

soweit ich gelesen habe, bezieht sich die Bezeichnung z.B. "AWG32" auf den Kabelquerschnitt und nicht auf die Kabelqualität.

Siehe hier:
https://www.sab-kabel.de/kabel-konfekti ... ufbau.html

Gruß
Harald

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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Andreas » 18.03.2019 21:02

N'Abend :tach
wieder was gelernt
Danke für den Interessanten Link :!:

Ändert aber am Problem nix, wenn man z.B. in ä-bä nach einem Flachen 6-Adrigem Modularkabel sucht
gibt es sogar einen Anbieter der den Durchmesser und das Material angibt:
AGW28 (zu dünn) und auch noch das sich selbst Auflösende CCA Material (kupferkaschiertes Aluminium)

Ich bin fest überzeugt ....... egal ob fertig gekauft oder selbst gecrimpt - ich hab nur so ein minderwertiges Kabel-Zeug verbaut.

:hmm Woher könnte man ein brauchbares Kabel bekommen?
Gruß Andy :D

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Daniel
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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Daniel » 21.03.2019 20:21

Harald hat geschrieben:
18.03.2019 08:21
Hallo Daniel,

acht du S......, ich dachte ich bin der einzige den das trifft.

Ein Tipp von mir, wenn es an einer Stelle anfängt, dann tausche dort gleich alle Kabel,
sonst wirst Du nicht glücklich! Ich spreche da leider aus Erfahrung :-)
Hallo Harald,

zumindest von Andy wusste ich, dass er ähnliche Schwierigkeiten hatte. Vielen Dank für den Tipp. Den habe ich in Ansätzen bereits beherzigt, auch wenn mir die zeitlichen Möglichkeiten fehlen, das jeweils ganz konsequent umzusetzen. Oft zerbröseln dabei auch die Lüsterklemmen. Die werden dabei auch gleich ersetzt. Bei mir sind gottlob nur die Kabel der Bauphasen 2011 bis ca. 2013 betroffen. So muss ich nicht alle Kabel an einer Verteilung austauschen. Die größte Hypothek ist ein Kabel unter einem Gartenweg. Alles andere bekomme ich schon irgendwie ausgetauscht.
Viele Grüße

Daniel

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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Daniel » 21.03.2019 20:23

Andreas hat geschrieben:
18.03.2019 21:02
N'Abend :tach
wieder was gelernt
Danke für den Interessanten Link :!:

Ändert aber am Problem nix, wenn man z.B. in ä-bä nach einem Flachen 6-Adrigem Modularkabel sucht
gibt es sogar einen Anbieter der den Durchmesser und das Material angibt:
AGW28 (zu dünn) und auch noch das sich selbst Auflösende CCA Material (kupferkaschiertes Aluminium)

Ich bin fest überzeugt ....... egal ob fertig gekauft oder selbst gecrimpt - ich hab nur so ein minderwertiges Kabel-Zeug verbaut.

:hmm Woher könnte man ein brauchbares Kabel bekommen?
Hallo Andy,

sicher habe ich auch das ganz billige Kabel verwendet. Vieles hat sich in den letzten Jahren schon aufgelöst, aber noch kein Telefonkabel. Hoffen wir das beste. Wenn Chris Recht hat, sollte zumindest der Lötfehler bei diesen Kabeln nicht auftauchen...
Viele Grüße

Daniel

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Harald
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Re: Kabelqualitäten

Beitrag von Harald » 22.03.2019 08:25

Hallo Jungs,

ich habe auch schon nach anderen Kabel für das LocoNet gesucht und nicht anderes gefunden.
Bei der Suche nach Outdoorkabel kam auch immer nur diese Qualität als Vorschlag!

Ich habe mir jetzt zur Sicherheit die 6 Adern mit einem normalen Kupfer-Kabel als Reserve verlegt, falls doch etwas geschieht.
Bei einem Kurztest hat das mit den entsprechende Adaptern funktioniert.
Bilder davon gibt es schon irgendwo im Forum.

Ich glaube bei diesem Kabel sind die Crimpstellen der mögliche Schwachpunkt.

Gruß
Harald

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